2026-07-10 –, Creativity Dome
Under the guiding concept "World of UR", Lauscher and Mandina are live musicians representing the URkollektiv. The "UR" stands for "roots," the primordial, connecting force and source of creative energy that brings all art forms together. At the DWeb Camp in the Alte Hölle, we connect the "URjahreszeiten" with this spirit of living, connected ecosystems and cooperation.
Lauscher & Mandina | URrequiem
https://youtu.be/9AyAqMxnxJQ?is=Wolw8duv3XUIkv9o
Lauscher & Mandina's Linktree
https://linktr.ee/Lauscher_Mandina
Come join us at the Creativity Dome to refresh & renew your spirits through a collective experience in music.
URjahreszeiten
III. URsommer
Wasserschloss
Unten beim Schloss, am Seerosenteich,
wird Junges alt und Hartes weich.
Die Sommer schrecken jäh das verwirrte Dunkle,
das sich hastend verbirgt
vor dem blinkenden Funkeln.
In den dampfenden Schatten
versiegt das graugrüne Wasser,
alles klagt: Regen, mach das Feuchte nasser!
Bring uns Wasser, wir dürsten so sehr.
Hab Erbarmen,
bring uns das labende Wasser hierher.
In den schwülen Nächten mit flatterndem Puls,
liegen die Sterbenden im morschenden Unterholz.
Die Körper, sie gieren nach Leben und geben
das Leben auch mit dem letzten Atemzug nicht auf.
Der erste entsetzliche Sonnenstrahl
fährt, gleich nachtkaltem Stahl
in die nun toten Seelen,
die sich sachte davonstehlen,
sie geben nicht auf.
Die Stille der Nacht
ergibt sich dem tosenden Leben,
selbst die Toten zucken nerval
und wollen geben und leben‚
und mit irisierenden Schwingen verlassen
die mächtigen Reiher den Teich
und fliegen über die Trassen
und über die Felder,
die unter ihnen giftgelb stinken.
Die Toten der Nacht sehnen ihnen nach,
während ihre Leiber versinken
in ewigem Ertrinken.
Die Milliarden Flügel verwirbeln die Lüfte
und verteilen die Botschaften der irdenen Düfte
in alle Winkel der vibrierenden Erde,
wo sie vom Leben zerkaut und verstanden werden.
In den Himmeln gibt es nur Leben sonst nichts;
jubilierend durchpflügt es die dräuenden Wolken
und schmiegt sich in die wärmenden Strahlen
gleißenden Lichts.
Doch der erstaunte Planet
dreht sich knirschend weiter.
Lava schwillt hervor als gelbroter Eiter.
Die Wunden versteinern widerstrebend,
starr und stumpf starren junge Berge, bebend,
in die alte Welt, hinüber zu den Zypressenwäldern,
weithin über die Steppen, die Seen
und über die Felder,
bis hin zu den Meeren und darüber hinfort,
bis in den letzten Winkel und in jeden Ort.
Doch die Nacht reißt ein Loch in das Helle
und überschwemmt die Erde
wie eine pechschwarze Welle.
Die Frösche schreien verzweifelt
nach Ihresgleichen,
hier unten beim Schloss,
bei den sumpfigen Teichen.
Die Schafe erschauern
und drängen sich wärmend zusammen,
die am Rande des Teichs
blicken ängstlich zu den nahen Tannen,
wo bernsteinerne Augen
gierig und kalt seibern,
ein Schnaufen und Stöhnen
bricht aus den wolligen Leibern.
Doch mit einem Mal stürzt,
wie ein Liebender,
ein Tropfen Nasses hernieder
und dann noch einer und wieder und wieder.
Der Regen ist da
und schlägt wie Milliarden Meteoriten
in die sich dehnenden Teiche,
die spritzen und wüten.
Alles was lebt,
hebt den Kopf, und das Tote vermischt sich
und währt in diesem Moment
und auch für den nächsten –
ewiglich.
Lauscher & Mandina are traveling street musicians; while on stage, they merge music, theater, performance, and elaborate costumes into a dense, archaic experience that tells of the cycle of life, of loss and renewal.
